Schlafentzug lässt das Gehirn alt aussehen

Schon eine durchgemachte Nacht hat deutliche Folgen

Schlaf spielt eine wichtige Rolle für die kognitiven Funktionen unseres Körpers. Schlafentzug kann daher eine Vielzahl von Auswirkungen haben – auch auf Gehirn und Gedächtnis. Schon eine einzige Nacht ohne Schlaf genügt und das menschliche Gehirn scheint gealtert. Das zeigen neueste Studienergebnisse. Bei den jungen, gesunden Probanden zeigen Aufnahmen des Gehirns Veränderungen, die typischerweise erst bei ein bis zwei Jahre älteren Menschen auftreten. Doch kein Grund zur Panik: Ein anschließender Erholungsschlaf macht die Veränderungen schnell wieder rückgängig. Die am Institut für Neurowissenschaften Jülich durchgeführte Studie zeigt auch, dass es nach nur teilweisem Schlafentzug keine signifikante Veränderung des Hirnalters gibt.

So werden Aufmerksamkeit und Konzentration beeinträchtigt

Schlafentzug hat einen negativen Einfluss auf unsere Aufmerksamkeit. Die Konzentrationsfähigkeit nimmt rapide ab, was uns bei vielerlei Herausforderungen beeinträchtigen kann. Die Fähigkeit, komplexe Aufgaben zu bewältigen, nimmt ebenfalls ab. Experten weisen dazu auf eine weitere Beeinträchtigung hin: emotionale Instabilität. Genereller Schlafmangel kann zu erhöhter Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Angstzuständen und Depressionen führen. Das Gehirn ist schlichtweg weniger in der Lage, Emotionen und Gefühlszustände angemessen zu regulieren, wenn es nicht genügend Ruhe bekommt. Auch im Hormonhaushalt kann es zu negativen Veränderungen kommen, einschließlich einer Erhöhung des Stresshormons Cortisol und einer Verringerung von Hormonen wie Leptin, die für Wohlbefinden und Appetit wichtig sind.

Langfristiger Schlafmangel erhöht Krankheitsrisiko

Schlaf spielt eine entscheidende Rolle für unser Gedächtnis. Schlafentzug kann zu Problemen beim Erinnern von Informationen führen, da das Gehirn nicht ausreichend Zeit hat, Erinnerungen zu festigen und zu organisieren. Langfristig erhöht sich so auch Risiko für die Entwicklung von neurologischen Störungen wie Alzheimer und Parkinson. Schlafentzug wird von Medizinern auch mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfall und anderen neurologischen Problemen in Verbindung gebracht. Schlafmangel reduziert außerdem unsere Reaktionsfähigkeit. Das kann insbesondere beim Bedienen von Maschinen oder beim Autofahren gefährlich werden. Gerade deshalb ist es wichtig, ausreichend Schlaf zu bekommen, um die Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Gehirns zu erhalten.

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